KI für KMU: So nutzt du künstliche Intelligenz ohne Tech-Blabla

KI im Arbeitsalltag? Ja, bitte! Michael Kyburz zeigt in seinem Vortrag bei Swiss Solar, wie Schweizer KMU Künstliche Intelligenz ganz pragmatisch einsetzen können, ohne Fachchinesisch, dafür mit viel Praxis.

Veröffentlicht am:

16.02.2026

KI als digitales Sackmesser: Chancen für KMU

KI ist kein Hype, sondern ein Werkzeug. ich vergleiche sie mit dem Schweizer Armeesackmesser: vielseitig, kompakt und jederzeit einsatzbereit. Ob im Projektmanagement, in der Kundenkommunikation oder bei der Administration, wer ein Smartphone oder einen Laptop nutzt, kann bereits heute KI gewinnbringend einsetzen. Wichtig ist: KI ersetzt keine Monteur:innen auf dem Dach, aber sie entlastet bei all dem Drumherum, das Zeit frisst.

Konkrete Praxisbeispiele ohne Tech-Blabla

Ein Highlight des Vortrags: Der digitale Tagesrapport per Spracheingabe. Statt nach Feierabend noch Rapporte zu tippen, spricht der Monteur direkt ins Handy. Ein speziell vorbereiteter KI-Chat fragt gezielt die wichtigsten Infos ab und erstellt daraus automatisch einen Rapport für den Projektleiter. Zeitersparnis: mehrere Minuten pro Tag. Und das mit einem Tool, das jeder nutzen kann.

KI richtig füttern: So schreibst du Prompts, die wirklich funktionieren

Damit KI sinnvolle Resultate liefert, braucht sie klare Anweisungen. Ich erkläre ein simples Prompt-Framework:

  1. Rolle definieren: Wer soll die KI sein? (z. B. Solarexperte)
  2. Aufgabe beschreiben: Was soll sie tun?
  3. Regeln geben: Sprache, Ton, Zielgruppe etc.
  4. Beispiele mitgeben: Vorlagen oder bestehende Inhalte nutzen
  5. Kontext aufbauen: Die KI darf (und soll) Fragen stellen

Bonus-Tipp: Sag der KI, sie soll dir eine Frage nach der anderen stellen, so bleibst du im Flow.

Widerstände im Unternehmen: Datenschutz, Compliance und Sicherheit entmystifiziert

Viele Firmen scheuen sich vor KI-Einsatz wegen Datenschutz oder Richtlinien. Dem nehme ich gerne den Wind aus den Segeln: Wer Office 365 oder Google Cloud nutzt, ist ohnehin schon in der Cloud unterwegs. Wichtig ist: Keine sensiblen Kundendaten in die KI laden. Und ja, Fragen zur Sicherheit stellen ist legitim, aber die grösste Schwachstelle sitzt meist 30 bis 50 cm vor dem Bildschirm.

Wöchentlich 16 Minuten KI: der einfachste Einstieg für dein Team

Du musst keine KI-Expert:in sein, um loszulegen. Meine Empfiehlung: 16 Minuten pro Tag bewusst mit einem KI-Tool arbeiten. Das reicht, um Routine zu gewinnen. Welche Tools du nutzt, ist zweitrangig. Entscheidend ist: Was willst du erreichen? Dann findest du auch das passende Tool.

Tool-Tipps aus der Praxis

Meine persönliche Linkliste mit erprobten Tools teile ich gerne, z. B.:

  • Notebook LM: PDFs hochladen, Inhalte analysieren, Gespräche mit Dokumenten führen
  • ChatGPT / Custom GPTs: für Rapporte, Textgenerierung, interne Workflows
  • HeyGen, Synthesia: für Video-Avatar-Erstellung
  • Gamma.app, Tome.app: für automatisierte Präsentationen
  • Midjourney, DALL·E: für Bildgenerierung und Visualisierungen
  • Runway: für KI-Videobearbeitung
  • ElevenLabs: für realistische KI-Stimmen
  • AudioPen, Whisper: für Transkription und Zusammenfassungen

Einfach ausprobieren, dranbleiben und neugierig sein. Denn die Entwicklung ist rasant.

Fazit: Du musst kein Nerd sein, um KI zu nutzen

Künstliche Intelligenz ist weder gut noch böse. Sie ist ein Werkzeug, und du entscheidest, wie du es einsetzt. Nutze KI, um Routinen zu automatisieren, Fehler zu vermeiden und wertvolle Zeit zurückzugewinnen. Zeit für das, was Menschen besser können als Maschinen: Denken, Entscheiden, Menschsein.

Also: Fang an, probier's aus, werde Prompt-Poet:in!

Michael Kyburz

IT ist mein Ursprung, Content meine Leidenschaft, aber meine Stärke liegt darin, komplexe KI verständlich zu vermitteln.