10.11.2025

Klingt banal, spart aber viel Zeit. Klar, das Thema sollte schon ungefähr bekannt sein, aber auf welche Aspekte möchte ich genauer eingehen? Noch vor schön ausformulierten Sätzen und catchy Headlines sollte man sich eines besonders vor Augen führen: das inhaltliche Grundgerüst, sozusagen der rote Faden des Textes. Frag dich, welche 3–4 Kernbotschaften du übermitteln willst. Wirf den Rest gnadenlos über Bord.
Durch stichwortartiges Skizzieren des Beitrages lassen sich ausserdem schon mal Informationshappen, sogenannte Chunks, formen. Auch Headlines lassen sich aus diesem Arbeitsschritt bestens ziehen.
Zu diesem Zeitpunkt zumindest. Gerade, wenn man sich ohnehin etwas schwertut beim Verfassen von Texten, ist dieser Tipp Gold wert. Ein Text muss (und kann) nicht auf Anhieb perfekt sein. Manchmal ist es schon genug herausfordernd das Gedanken- und Ideengestrüpp überhaupt in Worte zu fassen. Daher: Einfach mal schreiben. Die Schönheit kommt danach.
Lass deinen Text mindestens einen Tag ruhen, bevor du ihn veröffentlichst. Danach blickst du in aller Frische nochmal drauf. Dir wird das Überarbeiten viel einfacher fallen. Am besten tut man das zwei oder dreimal. Je öfter, desto besser.
Willst du wissen, wie sich dieser Abschnitt vor der ersten Überarbeitung angehört hat?
Oft ist es so, dass man etwas schreibt und dann am nächsten Tag in aller Frische nochmal drauf schaut. Und dann kommt die Einsicht: Was ist das bloss für ein Blödsinn? Das geht doch nicht! Am besten legt man einen Text nach dem Schreiben zur Seite. Nach einem Tag kann man dann wieder einen Blick drauf werfen und ihn überarbeiten. Am besten macht man das mehrmals. Am besten lässt man ihn nach dem ersten Überarbeiten gleich noch einen weiteren Tag liegen.
(Am besten hätte ich noch zwei weitere Mal "Am besten" erwähnt.)
Derjenige, der diejenigen, die dessen Texte im Bus, der sich durch den hektischen Feierabendverkehr kämpft, studieren, überzeugt und fesselt, ist ein Genie.
Und? Bis zu welchem Komma hast du durchgehalten?
Besser formuliert wäre das Ganze so:
Derjenige ist ein Genie. Seine Texte fesseln und überzeugen sogar diejenigen, die sich im hektischen Feierabendverkehr befinden.
Beim Schreiben geht es darum, Informationen zu transportieren. Und wer von vielen verstanden werden will, sollte so einfach wie möglich schreiben. Oder anders gesagt: Schreib so, als würdest du etwas einem Kleinkind erklären. Dann begreifen es garantiert alle.
Es gibt nichts Schlimmeres, als einem monotonen Vorleser zuzuhören. Auch, wenn man den Text selbst liest. Da sitzt der Vorleser nämlich im eigenen Kopf. Das passiert schnell, wenn sich Sätze aneinander reihen, die sich alle ähnlich anhören. Ein einfacher Tipp, um einer textlichen Monotonie zu entgehen, ist das Variieren der Satzlängen. Kurze Sätze sind super. Sie sind einfach aufzufassen, übersichtlich und schnell gelesen. In einem langen, komplizierten Absatz wirkt so ein kurzer Satz wie eine erfrischende Pause. Ein ganzer Absatz nur aus kurzen Sätzen? Schrecklich! Achte dich deshalb darauf mit der Satzlänge eine gewisse Dynamik in den Text zu bringen.
Unser Text ist jetzt schonmal vereinfacht und dynamischer. Nun geht es darum ihn zu präzisieren und zu verschönern, mit wenigen Worten mehr auszudrücken. Wir sollten uns beim Durchlesen unseres Textes also immer wieder fragen: Gibt es ein treffenderes Wort als jenes, welches ich verwendet habe?
Er macht sich einen Tee. Danach macht er sich gleich wieder an die Arbeit. Abends macht er sich Kerzen an, während der Regen die Fensterscheiben nass macht. Diese lauschige Stimmung macht ihn glücklich.
Klingt schrecklich. Viel besser wäre es doch so:
Er kocht sich einen Tee, um sich kurz darauf wieder auf die Arbeit zu stürzen. Abends entspannt er bei Kerzenschein, während der Regen gegen die Fensterscheiben prasselt. Er liebt diese lauschige Stimmung.
Keep it short and simple. Wirf alles raus, was nicht benötigt wird. Hier ein paar Beispiele:
Sie sind kleine, charakterlose Lückenfüller, die sich beinahe unbemerkt in den Text schleichen. Was genau eine Floskel ist, hängt vom Text ab. Bei einem Bewerbungsschreiben interessiert es zum Beispiel niemanden, ob man hilfsbereit und zielorientiert ist. (Wer würde schon von sich behaupten, er sei NICHT hilfsbereit und zielorientiert?)
Auch Dinge wie "eigentlich", "aber", "grundsätzlich", "dementsprechend", "lediglich", etc. sind Ballast, auf den man verzichten kann.
Das sind unnötige Verdoppelungen. Ein Beispiel: Die dunkle Nacht (Ist ja klar, die Nacht ist selten hell) oder die schlimme Katastrophe (gab's schonmal eine nicht schlimme Katastrophe?)
Idealerweise hat jedes Wort seine Begründung. Man sollte jedes einzelne kritisch begutachten und sich fragen: Brauche ich das wirklich?
Je länger man am Text arbeitet, desto präziser wird er, desto klarer wird seine Botschaft. Je weniger Füllmaterial, desto zündender. Wenn der Leser gar nicht mehr merkt, dass er liest, dann ist das Ziel erreicht.